BMW goes BIM

Im Dezember 2017 haben Vertreter der BMW Group den Bau einer Teststrecke in Tschechien angekündigt. Das rund 500 Hektar große Areal wird in Sokolov (Falkenau an der Eger) im Regierungsbezirk Karlsbad entstehen. Dabei wird für das Bauprojekt die BIM-Methodik angewendet und befindet sich derzeit in der Planungsphase. Durch den Einsatz von BIM sollen Mehrwerte erzeugt werden, die sich auf die Koordination und Kommunikation, sowie auf die Entscheidungsfindung und Kostensicherheit auswirken. Dazu hatte BMW einen BIM-Standard entwickelt und seit 2018 werden alle Bauprojekte auf diese Weise realisiert.

Das BIM-Projekt wurde als weiteres Pilotprojekt in drei Phasen eingeteilt, um ein einheitliches Verständnis bei allen Projektbeteiligten zu gewährleisten:

  1. BIM-Initiierungsphase zur Abstimmung der BIM-Liefervorschriften
  2. Testphase, in der die Anforderungen aus den BIM-Liefervorschriften getestet wurden
  3. Kollaborationsphase für die Umsetzung der BIM-Anwendungsfälle
Bild: Build-Ing.de

Variantenplanung mit InfraWorks

Bereits in der frühen Planungsphase konnten verschiedene Varianten der Streckenführung mit Hilfe von Autodesk InfraWorks untersucht werden. Ein großer Vorteil gegenüber einer Variantenplanung in 2D ist die Möglichkeit, durch die hohe Informationsgrundlage eine grobe Erdmassenermittlung durchzuführen. Das Ziel lag in der Reduzierung der erforderlichen Erdmassen und die Erstellung eines optimalen Streckenverlaufs auf dem gesamten Gelände. Daraufhin konnte mit InfraWorks eine fotorealistische Detaillierung für visuelle Zwecke und für Fahrsimulationen generiert werden. Der Aufwand für die Erstellung einer Strecken-Variante war in InfraWorks gering. Mit einer klassischen CAD-Software könnte eine solche Detaillierung mit vergleichbar geringem Aufwand kaum erreicht werden.

Bild: Build-Ing.de

Mehrwerte mit BIM

Die BIM-Methode brachte im Projekt viele Vorteile mit sich. Vor allem die hohe Detaillierung lässt bereits in der frühen Planungsphase eine präzise und bauteilbezogene Kosten- und Mengenermittlung durchführen. Die modellbasierte Mengenermittlung fungiert dabei auf der Ableitung der Mengen direkt aus den 3D-Modellen.

Auch die modellbasierte Koordination der Projektbeteiligten brachte enorme Mehrwerte. Die Projektteams tauschten die fachspezifischen 3D-Modelle im Zwei-Wochen-Intervall untereinander aus. Die damit entstandene Transparenz und Kommunikationskultur wirkte sich positiv auf die Planungsergebnisse aus. Neben der optimierten Planungsqualität und der erhöhten Interaktion zwischen den Projektteams, konnten die Planungslösungen anschaulicher verglichen werden und führten zu einer schnelleren Entscheidung innerhalb der BMW Group.

Weiterführende Informationen zu diesem Projekt finden Sie in diesem Artikel.

Quelle: www.build-ing.de/fachartikel/detail/vrooom
Autoren: Pelle Meholm, Jens Bredehorn
Bild: Mit freundlicher Gehnemigung von Jürgen Winkler, Chefredakteur Build-Ing.

 

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