Die digitalisierte Baustelle: Alles beginnt mit BIM

Die Aussichten für die Bauindustrie sind dank der Digitalisierung vielversprechend. Damit steigt aber auch der Anpassungsdruck, denn die Produktivität stagniert und die Potentiale der digitalen Baustelle bleiben ungenutzt. Hinzu kommt der Fachkräftemangel und die immer strengeren Dokumentationspflichten. Die Produktivität anderer Branchen hingegen ist in den letzten 50 Jahren stark gestiegen. Eine träge Automatisierung der Fertigung, keine vertikale Integration der Zulieferer, mangelhafte Standardisierung und fehlende Optimierungsprogramme sind nur einige der Gründe für den ‚Stillstand der Produktivität‘ in der Bauindustrie.

Auf der Baustelle von morgen dagegen herrschen Digitalisierung und Automatisierung. Schon in naher Zukunft wird man dort selbstfahrende Baumaschinen, 3D-Drucker und automatisierte Betonverteiler auffinden. Für schwer zugängliche Stellen werden zur Vermessung Drohnen verwendet. Die Unmengen an Papierplänen werden durch Mobilgeräte ersetzt und digitale Systeme helfen bei der Vernetzung von Geräten und Bauteilen.

Gerade in dicht bebauten Gebieten wird die sogenannte Just-in-Time-Produktion immer wichtiger. Das Baumaterial wird in der Stückzahl und zum Zeitpunkt produziert und geliefert, wie es auch tatsächlich benötigt wird. Um einen lückenlosen Kommunikationsablauf zwischen Bauleiter, Kunden und Lieferanten zu gewährleisten, werden Protokolle über Building Information Modeling (BIM) geführt. Mit dieser Form der Digitalisierung kann effektiver geplant und gebaut werden. BIM wird den Einstieg der Baubranche in die Digitalisierung ermöglichen.

In der Bauindustrie muss eine bessere Datentransparenz erreicht werden, die mit einer Veränderung der IT-Organisation verbunden wird. Es gibt immer weniger verfügbare Fachkräfte, jedoch steigen die Anforderungen fortlaufend. Die Wertschöpfungsprozesse müssen genauer betrachtet werden, um der Digitalisierung folgen zu können. Nur durch Effizienz kann solch ein Wandel finanziert werden. Die Baubranche reagiert heute eher verhalten auf das Thema Digitalisierung. Zwar werden BIM und neue Technologien in die Prozesse integriert, allerdings wird die Zusammenarbeit und Optimierung meist außen vor gelassen. Mit der richtigen Vision kann der Wechsel zur ‚Baustelle der Zukunft‘ durch Digitalisierung, Standardisierung und Automatisierung gelingen.

Quelle: www.meistertipp.de/aktuelles/digitalisierung-am-bau/bauindustrie-verpasst-potential-einer-digitalisierten-baustelle

 

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